Über Mich

Niloufar Mehboudi

Ich bin am 28. März 1990 in Schiras, der Heimat des bekannten Dichters Hafis, geboren. Wie die meisten Kinder malte ich von klein auf gerne, mein Traum war es dennoch, Lehrerin zu werden, wie es meine Mutter war. Mein erstes Gemälde war ein Bildnis einiger Elefanten auf dem Umschlag meines Zeichenbuches. Als meine Mutter mein Interesse an der Malerei bemerkte, meldete sie mich in einem Zeichenkurs an. Ich begann mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Während meiner Zeit in der höheren Schule fand in Schiras eine Kunstausstellung statt, in deren Rahmen ich erstmals die Chance bekam, meine Gemälde auszustellen. Ich verkaufte bei dieser Ausstellung alle Bilder. Meine Mutter hatte jedes einzelne gekauft. Obwohl mich die Malerei in ihren Bann gezogen hatte, bestand meine Familie auf einem Studium der Mathematik im Hauptfach. Sobald ich an der höheren Schule mein Diplom abgeschlossen hatte, wechselte ich mein Hauptfach und schrieb mich für das Fach Kunst ein, um mich auf den sogenannten Konkour vorzubereiten – den iranischen universitären Einstiegstest. Ich schaffte es, in die Shiraz Azad Universität aufgenommen zu werden, und begann leidenschaftlich mit meinem Studium der Malerei, das neun Semester dauerte. Mein Engagement und der große Zeitaufwand führten zu guten Fortschritten. Durch das Betrachten meiner Umgebung aus unterschiedlichen Perspektiven und dem Analysieren von Licht und Schatten war ich nicht länger an herkömmliche Gegenstände gebunden. Dies verdanke ich Dr. Aliakbar Jahangard, einem Gastdozenten aus Teheran, bei dem ich ab dem zweiten Semester studieren durfte.

Portraits und Figurzeichnungen gehörten zu den komplexesten Disziplinen, da wir ein umfangreiches Wissen über Organe, Muskeln sowie das Skelett und das Verhalten in Licht und Schatten benötigten, was anhand von Anatomiebüchern gelehrt wurde. Um die Anatomie des Schädels noch besser kennenzulernen, besorgte ich mir das Modell eines Schädels. Auch wenn meine Portraits deutlich von meinen Studien profitierten, hatte ich noch immer einiges zu lernen. Ich malte die Bilder alter Künstlerlegenden wie Rembrandt, Cézanne und Van Gogh nach, um ihre Pinselstriche nachzuvollziehen, genauso aber auch Werke von zeitgenössischen großen Künstlern, so etwa Gerhard Richter und Odd Nerdrum. Noch professioneller wurde mein Studium mit dem Beginn der Farblehre. Zu dieser Zeit nahm ich die Malerei noch ernster als bereits zuvor und fertigte mindestens ein bis zwei Werke in Farbe pro Woche an. Zur selben Zeit stieg der Preis für Leinwände an, was mich – um meine selbst gesteckten Ziele dennoch zu erreichen – dazu brachte, meine Leinwände selbst herzustellen. Ich kaufte Holz, sägte es auf die passende Größe und verband den Barchent mit einem Rahmen, so dass ich eine Leinwand hatte. Nach einer Grundierung konnte die Leinwand bemalt werden. Nach und nach experimentierte ich mit unterschiedlichen Grundierungsfarben wie etwa Ocker und begann die Leinwände auch für meine Kommilitonen anzufertigen. Um auch die steigende Nachfrage befriedigen zu können, half mir meine Mutter bei der Fertigung. Nach einer Weile erweiterte ich das Sortiment und stellte nun auch Skizzenbücher selbst her. Dazu kaufte ich 100 cm × 70 cm Papier und Pappe für den Umschlag und schnitt alles auf diverse Größen zu. “Ich kann das nicht!” und “Das ist unmöglich!” haben keine Bedeutung für mich. Ich will, deshalb bemühe ich mich um das beste Resultat.